Um 1818 beginnt die Zeit der Rezession, gekennzeichnet durch eine unterdrückte Meinungsfreiheit und einen Rückzug in eine gefühlvolle, bisweilen aber auch enge Privatsphäre. Bekannt ist diese Epoche vor allem unter dem Namen ‚Biedermeier'. Biedermeier So ist es kein Zufall, dass gerade in dieser Zeit in der Malerei besonders viele Familienbilder im häuslichen Kreis entstehen. Die Männerkleidung bleibt im wesentlichen unverändert und wird allenfalls etwas einfacher. Leibrock oder Redingote bleibt die Tageskleidung des bürgerlichen Herrn. Bis zur Mitte des Jahrhunderts gehört auch der Frack zur Tageskleidung. Für festliche Anlässe ist er das einzig akzeptierte Kleidungsstück.
Er kann à la francaise – vorn bogig geschnitten – oder à l'anglaise – vorn eckig geschnitten sein. Die Schöße des Fracks erweitern sich im Rücken immer stärker glockenförmig.
Die Ärmel der 20er und 30er Jahre werden – parallel zur Damenmode – immer bauschiger, bis sie dann in den 40er Jahren wieder anliegen.
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Die Kniehose gerät völlig aus der Mode. Es werden ausschließlich Pantalons getragen, in der Taille in Falten gelegt. Sie sind teilweise so lang, dass sie den Fuß bedecken. In diesem Fall wird die überflüssige Länge über dem Spann ausgeschnitten und ein Steg angearbeitet, der unter dem Schuh durchgezogen wird und damit die nötige Straffheit verleiht. Diese Form findet sich bis zur Jahrhundert-mitte. Kragen und Revers sind wattiert und folgen der Körperform. Zur Eleganz des Biedermeierherrn gehört die schlanke Taille, so dass die Herren des öfteren sogar ein Korsett tragen. Die anfangs noch kräftigen Farben der Fräcke tendieren im laufe der Jahre immer mehr zum Schwarz. Die hierzu getragenen Beinkleider sind stets heller. Die Westen dürfen weiterhin bunt sein: jede Art von Blümchen- , Streifen- und Karomuster ist erlaubt. Der stets andersfarbige Futterstoff sorgt zusätzlich für Farbigkeit.

Am Abend trägt der Herr zum Anzug ein Jabot. Der Kragen entwickelt sich in den 20er Jahren zum sogenannten ‚Vatermörder', einem extrem hohen Gebilde.
Die Krawatte bleibt weiterhin ein wichtiges Accessoire. Sie gewinnt so sehr an Bedeutung, dass sie sogar zum Ausdruck der Gesinnung wird:
Künstler werfen sich das Halstuch lässig um, die Krawatten der Freigeister und Romantiker sind schwarz, während die Konservativen eine weiße gestärkte Krawatten kunstvoll binden. Genauso zeugt das Tragen eines Bartes von einer demokratischen Gesinnung, so dass er in manchen Staaten sogar verboten wird.
Der Zylinder hält sich sogar bis ins 20. Jahrhundert hinein als ‚Chapeau Claque', als ein zusammenklappbares Modell. Tagsüber werden Halbstiefel getragen, abends eine Art Pumps. In der Frauenkleidung reicht mit Beginn der 20er Jahre die Taille wieder in ihre eigentliche Position. Das Mieder betont den Körper wieder stärker, die Röcke werden weiter und kürzer, der freie Faltenwurf taucht wieder auf. Auch das Korsett ist wieder da. Im laufe der Jahre wird es immer enger geschnürt.
Ein Patentmieder – 1833 erfunden – ermöglicht es den Damen, durch Ziehen einer am Busen angebrachten Schleife sich augenblicklich Erleichterung zu verschaffen für den Fall einer drohenden Ohnmacht.
Die schlanke Taille wird zusätzlich betont durch in den 30er Jahren aufkommende gigantische Ärmel, sogenannte ‚Keulen-" oder "Schinkenärmel". Diese voluminösen Gebilde halten ihre Form mit Hilfe von Fischbeingestellen.
Das Dekolleté beginnt in den 20er Jahren breiter zu werden. Häufig besitzt es einen Spitzenbesatz, die sogenannte Berthe. Die eigentliche Schulteransatzlinie reicht dabei im laufe der Zeit immer tiefer, bis sie schließlich kurz über den Ellbogen beginnt. 1836 nimmt diese Entwicklung ein jähes Ende: die Ärmel liegen nun wieder eng an. Sehr oft ist der Kragen in Falten gelegt, bisweilen ist auch das gesamte Vorderteil des Mieders gefältet. Die zunehmend wieder länger werdenden Röcke können mit Hilfe eines ‚Pagen', einer an einem Band befindlichen Agraffe, nach oben gerafft werden. Die Röcke werden immer breiter. In viele kleine Fältchen gereiht, zieht man mehrere übereinander.
Die Unterröcke werden versteift, teils mit Rosshaar. Die Anzahl nimmt ständig zu und erreicht schließlich ein halbes Dutzend. Sie sind stets weiß. Farbige Unterwäsche gilt als unmoralisch. Nicht mehr unmoralisch ist hingegen das Tragen einer Hose, die seit den 20er Jahren fester Bestandteil der Unterwäsche ist. Sie ist meist knie- oder wadenlang.
Da die extrem weiten Ärmel das Tragen von Mänteln kaum möglich machen, entwickelt sich die sehr weite ‚Rotonde'. Ansonsten trägt die Dame des Biedermeier als Witterungsschutz ein Mantelkleid, ähnlich geschnitten wie das normale Tageskleid, nur aus dickerem Stoff bestehend.
Hinzu kommen Capes, Pelerinen, Fichus, Canezous, bis zur Taille reichende Schulterkragen und weiterhin auch Schals. Die hauptsächliche Kopfbedeckung ist die Schute – ungebrochen beliebt über Jahrzehnte hinweg. Sie besteht aus einem hohen Kopf mit breiter Krempe und wird mit einem Band unter dem Kinn zusammen gebunden. Als ein Mittelding von Haube und Hut kann sie sowohl aus Stroh als auch aus Stoff bestehen.
Am Abend trägt man Turbane. Man behält die Kopfbedeckung bei Besuchen und im Theater stets auf.
Die Garnierung der Kleider ist überreichlich: Plissee- und Faltenpartien, zahlreiche Volants, Spitzen, Bänder und künstliche Blumen. Beliebt sind Streifen mit durchsetzten Streublümchen zwischen, aber auch Karomuster. Findet man zu Beginn der Biedermeierzeit auch am Abend Baumwollkleider, so werden diese gegen Ende wieder von Seiden- und Samtstoffen abgelöst. Besonders changierende, das Licht reflektierende Seidenstoffe erfreuen sich großer Beliebtheit. Around 1850, the jacket and the non-marked waistline sports coat entered the fashion world. The tail coat remains an evening garment. Das Biedermeier endet 1848 mit der Niederlage der bürgerlichen Revolution.
Es beginnt die Zeit der Technisierung und Industrialisierung. Für Fabrikanten und andere Großunternehmer bleibt nicht mehr die Zeit, sich um Moden zu kümmern. Die Kleidung muss vor allem praktisch sein. So verschwindet das Herrenkorsett gänzlich, ebenso wie die Farbigkeit, selbst bei Westen und Krawatten. Es herrschen Grau- und Schwarztöne vor.

Um 1850 halten das Jackett und das Sakko mit wenig Taille Einzug in die Mode. Der Frack bleibt weiterhin das Kleidungsstück für den Abend.
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